Delicious: Fangen wir mal ganz vorne an, wie seit Ihr zur Musik und dann zum auflegen gekommen?
Rekless: Also ich hatte durch meine Mutter immer schon Kontakt mit schwarzer Musik, weil sie sehr viele Soul Platten hat. Als sie dann mit so einem Jackie O Mixtape ankam wo LL Cool J und alles mögliche drauf war, fand ich das ziemlich fresh, den Sound an sich halt, das war so 89 rum. Und dann kam Public Enemy, Ice-T und Paris. Letzterer war mein grösster Einfluss überhaupt.Wegen Paris wollt ich mich nimmer unterkriegen lassen, was meine Hautfarbe angeht. Und wegen den Cutz von Magic Mike wollt ich cutten.
Delicious: In 421 Dodger sagt Ihr „...wenn wir was andres könnten, hätten wir was anderes gemacht...“, klingt ja erstmal so, also ob ihr mit nix Erfolg habt und deshalb rappt, wie genau kam der Sprung vom DJ hin zum rappen?
Rekless: Na ja es geht da eigentlich eher generell um Musik, aber des is echt nich so wichtig weils mit der Rapschiene auch stimmt (lacht). Mei, ich hab immer schon alle Texte von Rapplatten, die etwas getaugt haben, auswendig gekonnt und mitgerappt. Und irgendwann will man halt auch mal anderen Menschen irgendetwas vermitteln, son bissl was zurück geben, was man von anderen Rappern bekommen hat.
Delicious: Neben 4 zu 1 hat ja jeder von Euch noch andere Projekte, da gibts die Plastik Jugganots, euer Label Solid Pack, 2 Instrumental-Alben gab es auch noch, Minute macht noch Radio, wie lange gibt es 4 zu 1 schon und seit wann ist das Album geplant gewesen und, was das wichtigste ist, wie bekommt Ihr das alles unter einen Hut?
Rekless: Das Album war seit ca 2001 geplant (lacht), wir haben uns da mit allem überworfen was uns entgegen kam. Solid Pack wurde gegründet und dann kam uns auch gleich die Idee, nach der E.P. gleich mal was ganz anderes zu machen. So kam dann die Intrudas, weil Bo und ich eh sehr viele von diesen Instrumentalen hatten und beide auf son Sound stehen. Und eins sag ich jetz mal ehrlich ich krieg überhaupt nix unter einen Hut. Aber ich arbeite dran.
Delicious: Woher nehmt Ihr eure Ideen für Texte wie z.b. von `Komm Zurück´, der schon recht ehrlich daher kommt, oder die erste Single, `Wir wollen alles´, der einfach nur Spaß [oder doch ernst?] ist??
Rekless: Man lebt halt so und kann sich für solche Texte einfach von den eigenen Erfahrungen inspirieren lassen. Also komm zurück war ja easy, weil das einfach unsere Erinnerungen sind. Ich sag jetzt nich das früher alles besser war , aber es ist halt unsere Vergangenheit und wir lieben sie.
„Bring immer Kleingeld mit wenn Du bei uns Läutest…“ – Spielt Ihr wirklich so viel und was am liebsten?
Rekless: wir sind natürlich alle fleissig am würfeln und da gilt: 421 gewinnt immer!!! Minute geht schon so 2-3 mal die Woche an den Tisch und schuppst Kugeln in die Löcher. Wenn dann mal Snooker-WM auf Eurosport kommt, bekommst du den Minute ja nicht mal beim schönsten Biergartenwetter aus seinem Zimmer. Der Schuh von den Töpfen ist dann eher so der Konsolenfreund und Heinemann teilt die Billiardleidenschafft mit Minute, der ist aber auch für alle anderen Spielarten zu haben.
Delicious: 4 zu 1 ist mir seit der Blumentopf-Tour 2004 erst ein Begriff, die erste EP „Noch Fragen“ aus dem Jahr 2001 hab ich ehrlich gesagt nie gehört, jetzt das Album, was zwischen all dem „Streetrap“ meiner Meinung nach durch Qualität hervorsticht aber bereits heute in diversen Foren als „Studentenrap“ abgetan wird. Was glaubt Ihr, wie die Platte von den Leuten angenommen wird? Eine gewisse Fanbase wird ja durch den Toursupport wohl vorhanden sein oder…?
Rekless: Also ich glaub das jeder, der uns kennt und uns mal live
gesehen hat weiss, das Studentenrap wohl das letze ist, was auf uns
zutrifft. Eher Punkrap oder einfach nur „guter Rap“. Naja, klar packen
sie jeden, der nich über Knarren rapt, in diese Schiene und wollen
nichts damit zu tun haben. Ich denke nicht das unser Album einschlagen
wird, weil die jungen Menschen im Moment zum Großteil noch auf der
Suche sind. Sie denken das man hart wird, durch harte Mucke machen oder
harte Mucke hören. Aber Leben und Erfahrungen sind das einzige, was
härte bringt und wenn die jungen Menschen dass verstanden haben, wird
sich auf dem Rap Markt einiges ändern. Viele Zipfelrapcrews die auf
hart machen werden von den eigenen Fans gefotzt und auf einmal brauchts
wieder Inhalte und gut gemachten Strassenrap. Also wird die Qualität
mit der Zeit steigen und das Angebot an Zipfel-Gruppen sinken, denk
ich. Gleichzeitig wird die Bandbreite an Rap-Genres breiter werden
Delicious: Ich hab vor kurzem in einem der hiesigen Internetforum die Frage gelesen “rappende DJs, gut oder schlecht?“ und es kam viel negatives in Sachen Antworten dabei rum, wie erklärt Ihr den Leuten, das es bei Euch funktioniert?
Rekless: Wir sind halt gute Djs!! Schlechte Djs sind wahrscheinlich auch schlechte Rapper. Aber gute Rapper müssen nicht unbedingt gute Djs sein.
Delicious: Kay, wird es eine Tour geben und was habt Ihr für die Zukunft geplant?
Rekless: Mal sehen, Tour wär schon geil. Wir wollen zusehen das wir für nach dem Sommer was an den Start kriegen. Wohl eine kleine Clubtour mit irgend jemand zusammen. Es is auch sonst einiges geplant, ich werde im Oktober eine Solo LP raushauen, die sehr gut ist. Minit wird sein Solo Album im nächsten Frühjahr droppen und 58Beats bringt Ende diesen Jahres einen München Sampler raus.
Delicious: Klingt vielversprechende, letzte Worte?
Rekless: Gruß an alle Maler vom Bowdee!! Und von uns auch, keep in training. Ja und kauft das Vierzueins Album und alles was von 58Beats kommt... TRAUUUUM
Interview: Sub



