Delicious: Also, um direkt das wichtigste Thema anzusprechen: Dein neues Album ist raus, eine sehr gelungene Scheibe mit dem prägnanten Namen "Jesus Price Supastar".... wie kams zu dem Titel?
Sean P: "Ya know..." der Name Jesus Price kam daher, dass ich nen Titel suchte, der beschreibt, dass ich krank mit Worten umgehe und Leute damit in meinen Bann ziehe... Und dann gab´s ein Stück und einen Film, "Jesus Christ Superstar". Das war ein Film und ein Broadway Stück und ich dachte nur "Yeah", du musst Jesus PRICE Superstar sein. Das beschreibt mein Ziel am besten...
Ich will mich damit nicht über Religion lustig machen, es ist nur so, dass wir der Story nach die gleiche Mission haben. Jesus Christ ist von Stadt zu Stadt gezogen und hat das Wort verkündet und das Wort war Gott. Jesus Price zieht von Stadt zu Stadt, verkündet das Wort und das wort is HipHop. "Ya naaaaahh' mean?" Also haben wir da was gemeinsam.
Delicious: Interessant ist, wenn man Sean Price's "offizielle" Biographie im Wikipedia (U.S.) ließt, heißt es, dass du nach den schlechten Kritiken zu "For The People" und dem zweiten Heltah Skeltah Album "Magnum Force" zurück gefallen bist in deinen "alten Berufsstand"...?
Sean P: Ja nach dem zweiten Heltah Skeltah Album, hatte ich als einzelner MC keinen Deal mehr, und war somit weg von Rap als Job... also musste ich wieder zu sehen, wie ich Geld verdiene...
Delcious: Also lag es an der Trennung von Heltah Skeltah?
Sean P: Jein, also ... wir haben uns nicht wirklich getrennt, ich hatte nur nichts mehr zu geben zu der Zeit und Rock hat sich dann entschieden, allein was hochzuziehen... Und während ich versucht habe mich zu finden, hat Rock ne Solokarriere gestartet, was auch das einzig Richtige ist, "ya know" er is Rapper...
Dann verging die Zeit, und ich hab beschlossen zurück zu kommen und hier bin ich, spitte "Monkey Barz"... "Jesus Price"...
Delcious: Also gehts für Dich von jetzt ab wieder bergauf?
Sean P: Yes Sir, nur noch bergauf. [lacht]
Delicious: Du tourst ja auch wieder mit Rock zusammen. Heißt das vielleicht, dass wir demnächst mit einem neuen Heltah Skeltah Album rechnen können?...
Sean P: [unterbricht] ...Wir arbeiten sogar schon dran... nur "on the road" fällt das natürlich schwer [lächelt] wir haben nach dieser noch ne Tour durch die Staaten mit Jedi Mind Tricks, aber danach, wenn wir wieder in New York sind, gehen wir wieder ins Studio, und arbeiten am neuen Heltah Skeltah Album.
Delicious: In Deinem neuen Album im Track P.Body gibt es eine Line, die ich sehr mochte und die ich hinterfraghen möchte. Sie lautet: "I love to rap, but I hate the game" [Ich liebe es , zu rappen, aber ich hasse das Geschäft]. Könntest du uns Deinen Eindruck vom heutigen "HipHop Game" verraten?
Sean P: "You know", Im "Game" erwartet man von Dir immer gleich zu bleiben, aber wenn man sich persönlich verändert, verändert man sich ja möglichst zum Guten. Aber das Game selbst verändert sich nie zum Guten, "That's why I hate the Game!" Ich will da gar nichts spezifisches ansprechen, es ist nur, dass ich insgesamt den Ablauf nicht verstehen kann. Es ist wie die Line besagt: Ich liebe es zu rappen, aber die ganze Art wie das Business funktioniert nervt mich, also lass ich "es" wissen, dass es wack ist... das ist alles...
Sean P live on Stage
Delicious: Okay, bevor wir mit Wichtigem abschließen, noch die immer gleiche Frage: Welchen Eindruck hast Du beim Tourstart und der letzten Tour vor etwas mehr als einem Jahr von den deutschen Fans gewonnen?
Sean P: Ey, ich liebe die deutschen Fans, in manch einer Stadt seh ich die Leute so durchdrehen "You know, ääääähhhhhm shakin the schnips...[überlegt] Schnitzel!" [gelächter]... "Schnitzel voice"...
Delicious: Erinnerst Du Dich, Du hast eine Kollabo mit einem deutschen MC gemacht, Abroo?
Sean P: Äähhhm Yeah?!...
Delicious: Habt ihr euch persönlich getroffen, oder habt ihr nur Audios ausgetauscht? Persönlich hab ich mich sehr gefreut, als ich das Abroo-Album hörte und sah, er hat Sean P als Feature...
Sean P: Yeah, ich erinner mich daran... ich erinner mich nicht mehr, wie wir den Song gemacht haben, aber... ich weiß nicht...äähhm... aber es war ein verdammter guter Song. Ich weiß das noch...
Delicious: Also habt ihr euch nicht persönlich getroffen?
Sean P: Ich glaube nicht.... [lacht laut] Weißte, ich nehm ne Menge Drogen, ich vergess echt Vieles... Aber der Name sagt mir was... Abroo... ich weiß nicht, äh...."Drugs Man!"
Meine Freunde fragen mich immer, wie ich mir auf Drogen die Rhymes merke...: Weil ich ohne das Geld keine Drogen holen kann [lacht]
Delicious: Okay, zu unserer letzten Frage: Könntest Du uns folgendes übersetzen: "Leflaur Leflah Eshkoshka"? (Song vom Heltah Skeltah Album "Nocturnal" Anm. d. R.)
Sean P: Alter das bedeutet absolut GAR NICHTS! "ya nahhh mean" wir waren high!!!
[Dalmar lacht sich tot]
Delicious: Das ist es??? Wie ist es dann enstanden?
Sean P: Wir haben dieses Videogame gespielt, das war so'n College Basketball-Spiel, und wenn man nen harten Slam-Dunk gerissen hat, ist das Backboard einfach "shhhhhh" zerbrochen, und der Kommentator meinte dann immer "mm flaur mm fla eshkoshka..." Darüber haben wir uns so oft weggelacht... und dann haben wir's im Studio immer gesagt. Wie das so ist. Und dann hat irgendwer gesagt: "Lass uns das als Titel für den Song nehmen...", und so ist es dann geschehen...
Delicious: Alles klar..., Dank Dir für das Interview!
Bei den Event-Fotos gibt es noch ein paar Bilder des Abends!
Sean P und Dalmar
Interview: Dalmar Khalif
Fotos: Gerrit Hoffschulte



